Energiewende: Das Problem ist der hohe Verbrauch

Am kommenden Samstag findet in Hannover eine Demonstration gegen Atomenergie statt: 19.03.2011, Opernplatz, 11:00 Uhr.

Es ist richtig, einen schnellen Ausstieg aus der gefährlichen Energieproduktion zu fordern. Auch wird die Energiewende gefördert, indem die persönliche Stromversorgung auf Ökostrom umgestellt wird.

Aber die Energiewende ist nur machbar, indem

1. die alternative Energieversorgung, massiv ausgebaut wird, z.B. mit Blockheizkraftwerken und zertifizierten Brennstoffen oder  mit regionaler Windenergie

2. ein nachhaltiger Konsum stattfindet, der die Energieverbräuche reduziert.

Beide Maßnahmen sind geeignet, schon bis 2017 den vollständigen Atomausstieg in Deutschland zu gewährleisten, veröffentlichte heute das Umweltbundesamt.

Aber es wird eine erhebliche Anstrengung sein, die Ziele zu erreichen: Auf Atomenergie zu verzichten, dürfte tiefe Bremsspuren in den Bilanzen der Industrie hinterlassen. Die Initiative Wandelwerte möchte mit ihren Aktivitäten dazu beitragen, den Übergang zu erleichtern.

Hier sehen Sie, wie träge in der Vergangenheit der Ausbau der erneuerbaren Energie stattfand:

Daten von 2004 (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen), bezogen auf die Bruttostromerzeugung in Deutschland:

Wasser 3,2 Prozent
Braunkohle 25,7 Prozent
Sonne 0,1 Prozent
Steinkohle 22,9 Prozent
Atom 27,2 Prozent
Biomasse 1,4 Prozent
Wind 4,1 Prozent

Nach sechs Jahren haben sich die Zahlen nur etwas verschoben.

Daten von 2010

Wasser 3,2 Prozent
Braunkohle 23,7 Prozent
Sonne 1,9 Prozent
Steinkohle 18,7 Prozent
Atom 22,6 Prozent
Biomasse 4,6 Prozent
Wind 5,9 Prozent

Deshalb: Wenn das Umweltbundesamt schon für 2017 die Ausstiegsmöglichkeit errechnet, müsste es eine drastische Beschleunigung des Ausbaus alternativer Energieanlagen geben.

Deutscher Strom war ein Exportschlager. Bisher belieferte Länder dürften dadurch – wie in Deutschland zu erwarten – Preiserhöhungen erleben. Das hemmt die Wettbewerbsfähigkeit und dürfte knapp kalkulierte Produktionsanlagen unwirtschaftlich machen.

Höhere Preise des knappen Ökostroms dürften außerdem die Träume von der flächendeckenden Elektromobilität um weitere Dekaden in die Zukunft verschieben. Ohnehin hätte diese Technologie in eine Ressourcen-Sackgasse geführt.

Ein Umsteuern ist in der gesamten Gesellschaft erforderlich – und das thematisiert die Bundesregierung derzeit nicht, weil sie sich damit umbeliebt machen würde: Erst mit einem veränderten Konsumverhalten wird die Energiewende realistisch machbar.

Dabei wäre freiwilliger Verzicht in vielen Lebensbereichen die schnellste Lösung. Er würde jedoch zu einer Rezession führen, weil Unternehmen auf eine Implosion der Nachfrage nicht eingestellt sind. Würde sich Deutschland im “Verzicht” üben, würde das die Wirtschaft schrumpfen lassen – und das ist in der aktuell praktizierten Ökonomie nicht vorgesehen. Sämtliche Leistungen des Staates, der Versicherungen, Pensionskassen sind auf “Wachstum” ausgelegt. Eine Schrumpfung der Wirtschaft wäre systemgefährdend.

Das geflügelte Wort der “Energiewende” ist für den Wahlkampf schnell gesprochen. Aber einen langfristigen Entwurf zu entwickeln, der für Wirtschaft und Gesellschaft echte Lösungen anbietet, ist eine große Aufgabe.

Wandelwerte leistet dazu einen Beitrag: Mit unseren Projekten holen wir den Verbraucher bei seinem Kosumverhalten ab. RecyclingDesign, Kunst, Medienarbeit, Informationsveranstaltungen, Entwicklung von ReDesign-Produkten sind ein Teil der Lösung für die Energiewende. Dadurch zeigen wir Beispiele und Vorgehensweisen, liefern Ideen, wie sich Ressourcen schonen lassen und der Energieverbauch sinkt.

Vielseitige Alltagslösungen finden Sie auch beim Verlag “Einfälle statt Abfälle” von Christian Kuhtz aus Kiel.

http://www.einfaelle-statt-abfaelle.de/index.php